Sie schoss auf Leinwände und zielte auf den patriarchalen Zeitgeist: Die Schirn in Frankfurt zeigt Werke von Niki de Saint Phalle.
Doch so harmlos und unpolitisch sind diese sanften Riesinnen gar nicht. Freundlich, bunt und lustig - so wirken die Nana-Skulpturen. Diese Erkenntnis jedenfalls vermittelt die große, mit rund 100 Arbeiten aus allen Werkphasen bestückte Retrospektive der Nana-Schöpferin Niki de Saint Phalle, die eben in
Es gibt ja so viel mehr als die "Nanas": Die Schirn Frankfurt wartet im grauen Februar mit einer bunten Ausstellung über die Pop-Art-Queen Niki de Saint ...
Wenn Sie aus der Winter-Lethargie rausgerissen werden wollen, gehen Sie in die Schirn Kunsthalle in Frankfurt. Mit der griechischen Komödie "Lysistrata" begann in Kassel ab 1966 eine prägende Zusammenarbeit mit dem Regisseur Rainer von Diez, für dessen Inszenierung sie Kostüme und Bühnenbild schuf. Auch Plakate hängen in der Schirn zwischen den Bildern und Skulpturen. Mit den üppigen Proportionen nahm die Künstlerin die hochaktuelle Diskussion über Body-Positivity schon in den 1960er Jahren vorweg. Schließlich sind sie das Markenzeichen der Künstlerin, sie haben Niki de Saint Phalle weltberühmt gemacht. Ein weiterer Knalleffekt ist mit Sicherheit die Wandfarbe, die die Kuratorin für die Ausstellung ausgewählt hat: Ein glänzendes, leuchtendes Magenta, das so intensiv ist, dass man es körperlich spürt, geht fließend über in ein intensives Lila und endet schließlich in einem pflaumigen Blau.
Formen aus grauer Vorzeit, die im Jetzt noch lange nicht veraltet sind: Die Frankfurter Schirn zeigt alle Facetten des Werks von Niki de...
Prägend für diese Idee des Einbettens in Trümmerfonds war wohl eine erste Europareise der in den USA Aufgewachsenen 1948 mit den noch allenthalben sichtbaren Ruinen und Wunden des Kriegs. So schoss die Künstlerin zur Achthundertjahrfeier von Notre-Dame de Paris 1963 auf ein gipsernes Abbild der Kathedrale mit darin intarsierten Tiffany-Colaflaschen und Figuren genauso wie auf Bilder von Männern. Man darf diese prilblumenbedeckten Riesentänzerinnen auch nach der ab heute öffnenden Ausstellung „Niki de Saint Phalle“ in der Frankfurter Schirn, wo sie etwa ein Viertel der hundert gezeigten Arbeiten ausmachen, durchaus als Kitsch ansehen.
Niki de Saint Phalle sollte als feministische Künstlerin nicht unterschätzt werden, wie die Schirn-Kunsthalle zeigt.
Die Plastik „Die Körperpflege“, 1978, ist das letzte Werk der Serie, darin nimmt Niki de Saint Phalle explizit Bezug auf ihre Mutter. In den 70ern tauchte eine neue, eine ambivalentere Frauenfigur im Werk Niki de Saint Phalles auf: Statt der fröhlichen Nanas standen die „verschlingenden Mütter“ im Fokus. Von 1979 bis 1998 arbeitete sie auf einem Hügel eines ehemaligen Steinbruchs bei Garavicchio in der Toskana an ihrer Vision: Riesige mystische Figuren stehen dort, wie der „Magier“, oder die „Herrscherin“, eine Mischung aus Nana und Sphinx. Eine weitere Anerkennung: Als einzige Künstlerin wurde Niki de Saint Phalle in den Kreis der „Nouveaux Réalistes“ um Pierre Restany aufgenommen. Sie auf ihre Nanas und das Spektakel zu reduzieren, wäre ein großer Fehler – wie nun die Ausstellung „Niki de Saint Phalle“ in der Schirn Kunsthalle demonstriert, in der die Künstlerin als eine Hauptvertreterin der europäischen Pop-Art gewürdigt wird; als Mitbegründerin des Happenings, als politisch Denkende und als eine der ersten Frauen, die sich im männlich dominierten Kunstbusiness durchsetzte. Die mit der weiblichen und ihrer eigenen Identität, mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft und ihrer Unterdrückung kämpft. Auf die Skyline stürzen Raketen ein, „Boom“ ist in eine Sprechblase geschrieben. Sie spiegeln das Verlangen, die Notwendigkeit nach der Selbstbestimmung der Frau und der Befreiung von allem, was sie einengt und fesselt. Die Schießaktionen waren Happenings, bei denen der Akt des Zerstörens an sich zur Kunst wurde. Dennoch, oder vielleicht gerade wegen ihrer poppigen und aufsehenerregenden Kunst wurde Niki de Saint Phalle im kunsthistorischen Diskurs über Jahrzehnte nicht wirklich ernstgenommen und erst in jüngerer Zeit mit mehreren Ausstellungen neu eingeordnet. In der Schirn eröffnen diese Schießbilder den nicht chronologisch angelegten Parcours. Die berühmte, begehbare Nana-Großplastik „Hon“, realisierte de Saint Phalle 1966 zusammen mit Kollegen im Moderna Museet in Stockholm.
Für ihre Nanas ist sie weltberühmt. Niki de Saint Phalle hat aber so viel mehr geschaffen als bunte Frauenfiguren mit üppigen Rundungen. Die Schirn ...
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Einen neuen Blick auf Niki de Saint Phalle versucht die Frankfurter Schirn-Kunsthalle mit einer umfassenden Ausstellung: Es gibt viele Nanas, ...
Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Komm, schöner Tod: Der imposante „Schädel“ von Niki de Saint Phalle bildet den Abschluss der Frankfurter Schau und stammt aus der Sammlung des Sprengel Museums.
Die sogenannten "Nanas" von Niki de Saint Phalle stehen auf vielen öffentlichen Plätzen - nicht zu übersehen. Aber ist da auch anderes in dem Werk dieser ...
Sie wurde berühmt mit ihren dicken Nanas. Die Schirn Kunsthalle zeigt nun, dass die Bildhauerin nicht nur bunt, sondern auch schroff und sehr böse sein ...
Schaut man sich ihr Gesamtwerk an, so scheint Niki de Saint Phalle ihren Frieden gemacht zu haben mit ihren Eltern, die es nicht nur gut mit ihr meinten. Diese massigen Leiber sind das absolute Gegenbild zu Niki de Saint Phalle, die schlank war und in jungen Jahren als Fotomodell Karriere machte. Erst nachdem sie wegen eines Nervenzusammenbruchs in die Psychiatrie kam, begann Niki de Saint Phalle zu malen. Einige davon sind in der Schirn zu sehen – etwa zwei riesige Frauen, die an einem Caféhaus-Tisch sitzen und auf Männerfang sind. Die Schießbilder von Niki de Saint Phalle sind wild, böse und enorm kraftvoll. Sie sei eine „zornige junge Frau gewesen“, hat Niki de Saint Phalle von sich behauptet.