Hollywood hat die Klimakrise entdeckt. Doch die Produktion eines Blockbusters sorgt für einen enormen CO₂-Fußbabdruck. Geht das zusammen?
"Bullet Train", der Film mit Brad Pitt in einem japanischen Hochgeschwindigkeitszug, kam im August 2022 in die Kinos, in Kalifornien entspann sich daraufhin eine politisch-gesellschaftliche Debatte: Warum gibt es diesen Luxus-High-Speed-Elektrozug eigentlich in Japan und nicht zwischen Los Angeles und San Francisco? Die Tochter in der Familien-Sitcom ist keine Cheerleaderin, sondern in der Aktionsgruppe für Nachhaltigkeit. "Storytelling ist für uns nach wie vor das bedeutsamste Werkzeug, um die Gesellschaft zu beeinflussen", sagt Scott Z. Es sind Zahlen, die niemanden verwundern, der mit dem Arbeitsalltag in Hollywood vertraut ist: Da gibt es die Produzentin, die ganz selbstverständlich mit einem Team von Los Angeles nach Südafrika geflogen ist, um dort nach geeigneten Drehorten zu suchen. McKay ist auch Mitglied von "Good Energy", einer Non-Profit-Organisation, die sich darum bemüht, Klimawandel als Thema in Filmen und Serien zu verankern. Es gibt allerdings auch Gegenbeispiele: So qualmte Carrie Bradshaw in der 2021-Version von "Sex and the City", obwohl sie eigentlich aufgehört hatte. "Wir haben gesehen, dass der Film für Diskussionen und Proteste gesorgt hat, damit Regierungen endlich aufwachen", sagt McKay: "Aber letztlich ist das nur ein Film; es gibt viel mehr zu tun." Unterhalten sie sich über etwas anderes als einen Mann?), so analysiert "Good Energy" gemeinsam mit der Filmfakultät der University of Southern California Drehbücher dahingehend, ob der Klimawandel thematisiert wird. Der Regisseur ist nicht zufällig Vorstand des "Climate Emergency Fund", der in Deutschland in die Schlagzeilen geriet, weil er Aktionen der "Letzten Generation" finanzierte. "Der Klimawandel ist die größte Geschichte der letzten 66 Millionen Jahre", sagt Adam McKay. Andere aktuelle Produktionen halten es ähnlich: Im Spiderman-Abenteuer "No Way Home" und in der Neuauflage des Horrorfilms "Scream" sind nur Elektroautos zu sehen, bei der Produktion der Facebook-Watch-Serie "Sacred Lies" wurden ausschließlich digitale Drehbücher verwendet und so angeblich 176 000 Seiten Papier gespart. Filme und Serien sind immer Dokumente ihrer Zeit, man denke nur mal an die Entwicklung des Frauenbilds bei James Bond oder wie Singles in Sitcoms der vergangenen 50 Jahre gezeigt wurden.