Die Euro-Währungshüter erhöhen im Kampf gegen die hartnäckig hohe Inflation zum vierten Mal in Folge die Zinsen und treten bei Anleihenkäufen auf die Bremse.
Allerdings mindert die hohe Inflation die Erträge. Die Währungshüter hatten die hohe Inflation lange als vorübergehend interpretiert und leiteten den Kurswechsel daher erst später ein als beispielsweise die US-Notenbank Fed. Dies kann aber zugleich die Wirtschaftsentwicklung im Währungsraum dämpfen, der seit Monaten mit den Folgen des Ukraine-Krieges und einem massiven Anstieg der Energiepreise zu schaffen hat. Zugleich will die Notenbank den Umfang der in den vergangenen Jahren von den Euro-Notenbanken aufgekauften, milliardenschweren Anleihenbestände verringern. Im November lag die Teuerung im gemeinsamen Währungsraum der 19 Länder bei 10 Prozent. Die Inflation im Euroraum hält sich hartnäckig auf hohem Niveau.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Kampf gegen die Inflation die vierte Zinserhöhung in Folge beschlossen.
Noch im September und im Oktober hatte die EZB die Zinsen in Riesenschritten um jeweils 0,75 Prozentpunkte erhöht. Bislang ersetzen die Währungshüter diese im Bestand noch vollständig. Die Teuerungsrate sank im November auf 10,0 Prozent nach 10,6 Prozent im Oktober. Es folgten in rascher Abfolge weitere Schritte im September und im Oktober. Der Leitzins im Euroraum steigt um 0,50 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent, wie die EZB mitteilte. Die Währungshüter um Notenbank-Chefin Christine Lagarde beschlossen, den Leitzins um 0,50 Punkte auf nunmehr 2,50 Prozent anzuheben.
OELDE (dpa-AFX) - "Die Glocke" zur Leitzinserhöhung: "Die Zeiten des billigen Geldes sind vorbei. Die Europäische Zentralbank EZB hat gestern den Leitzins ...
Die europäischen Notenbanker müssen sich angesichts zahlreicher Unwägbarkeiten, wie etwa der Entwicklung des Kriegs in der Ukraine, der Energiekosten und der Inflation, in Fragen der Geldpolitik behutsam vortasten. Vorbei ist damit auch die Zeit der Geldschwemme, die riskante Anlageklassen wie etwa Kryptowährungen auf Rekordstände steigen ließ. "Die Zeiten des billigen Geldes sind vorbei.
Höhere Leitzinsen sollen die Inflation bremsen. Zum vierten Mal 2022 hebt die EZB die Betrag an. Wer davon profitiert – und wer verliert.