Mit Hilfe von verflüssigtem Erdgas (LNG) will Deutschland so schnell wie möglich unabhängig von russischen Gasimporten werden. Mehrere Anlagen sind geplant ...
Die Versorgung mit LNG dürfte deutlich teurer werden als mit herkömmlichem Erdgas. Aufgrund des aufwendigen Transports und der Wiederaufbereitung liegt der Preis für LNG meist über dem Preis für Pipeline-Gas. Die meisten LNG-Mengen sind an langfristige Lieferverträge gebunden. Ende März unterzeichnete der Versorger EnBW eine Absichtserklärung für den Import von drei Milliarden Kubikmeter LNG jährlich über die Anlage in Stade. Die Flüssiggas-Projekte in Deutschland sind umstritten. So hat die Bundesregierung den schnellen Bau zweier stationärer LNG-Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel angekündigt. Die belgische Investorengruppe TES plant, bis 2024 einen Anlandeplatz für LNG im Rahmen eines "Green Energy Hubs" in Wilhelmshaven aufzubauen. Deutschland plant den Bau von zwei LNG-Terminals in Brunsbüttel und Stade. Zudem sind mindestens vier schwimmende Anlagen an der Nordseeküste entstehen. Zwei von ihnen sollen bis zum Winter ans Netz gehen - in Wilhelmshaven und Brunsbüttel. Zwei weitere Anlagen sollen im Mai 2023 folgen. Nach Angaben der Brüsseler Denkfabrik Bruegel importierte die EU in den ersten vier Monaten dieses Jahres rund 50,4 Milliarden Kubikmeter LNG. Das sind fast 20 Milliarden mehr als 2021. LNG-Terminals sind erforderlich, um das Flüssiggas zu erwärmen und zu verdichten, also es in Erdgas aufzubereiten. Durch die Verflüssigung bei minus 162 Grad schrumpft das Volumen enorm, was den Transport erleichtert: Aus 600 Kubikmetern Erdgas in gasförmigem Zustand wird ein Kubikmeter LNG. Zwar sind Transport und Wiederaufbereitung von Flüssiggas energieintensiv und technisch anspruchsvoll. Bisher hat Deutschland kein eigenes LNG-Terminal. Deshalb muss hierzulande Flüssiggas über Terminals in Belgien (Zerbrügge), Frankreich (Dunkerque) und in den Niederlanden bezogen werden. Für die Umwandlung von Flüssig- in Erdgas sind bestimmte Anlagen notwendig. Die Bauarbeiten für ein schwimmendes Flüssiggas-Terminal in Wilhelmshaven an der Nordseeküste haben begonnen.
Mit dem ersten Rammschlag haben in Wilhelmshaven die Arbeiten für das bundesweit erste schwimmende Flüssigerdgas-Terminal begonnen.
Bei der Finanzierung des LNG-Terminals gibt es allerdings noch Unklarheiten. Dabei geht es konkret um 40 Millionen Euro, die vom Bund kommen sollen und eigentlich dafür gedacht waren, die Folgen des Kohleausstiegs in Wilhelmshaven abzumildern. Doch das Landesministerium für Regionale Entwicklung verlangt von der Stadt Wilhelmshaven, die Millionen stattdessen zunächst in den Bau des LNG-Terminals zu stecken - also die Fördergelder für einen anderen Zweck zu verwenden. "Wir haben eine gute Chance, das zu schaffen, was eigentlich in Deutschland unmöglich ist: Innerhalb von etwa zehn Monaten ein LNG-Terminal zu errichten und es anzuschließen an die deutsche Gasversorgung", sagte Habeck, der den Rammschlag am Voslapper Groden am Donnerstag von Bord eines Schiffes aus verfolgte. Bevor das auf minus 162 Grad heruntergekühlte LNG in die Gasnetze geleitet werden kann, muss es erwärmt und regasifiziert werden. Beim Besuch der geplanten Anlegestelle unterzeichneten Habeck und Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) eine Absichtserklärung zum Ausbau der LNG-Infrastruktur. Wilhelmshaven soll als erste Drehscheibe für umweltschonende Energien, als sogenannter Energyhub, eine entscheidende Rolle spielen. Die DUH sieht das Rechtsstaatlichkeitsprinzip verletzt, da Naturschutzverbände bisher nicht in die Planungen eingebunden worden seien.
Was zählt ist Tempo. In diesem Geist hat Robert Habeck in Wilhelmshaven am Donnerstag ein Schiff bestiegen, schwimmende LNG-Terminals gemietet – und einen ...
Olaf Lies (SPD), der niedersächsische Bau- und Energieminister ist an diesem Morgen auch auf dem Boot, genauso wie sein Kollege, Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Genau genommen fahren die beiden derzeit sehr viel auf Ausflugsschiffen, um künftige Standorte für LNG-Terminals zu inspizieren. Ein lang gezogenes Tuten aus einem Schiffshorn, kurze Pause, dann erfolgt auf der Ramme „Kurt“ der erste Rammschlag, direkt vor dem Anleger. Ein metallischer, lauter Schlag ist das. Erst am Abend zuvor, exakt um 22.45 Uhr, ist die Ramme hier angekommen. Um 8.35 Uhr an diesem Morgen ist es in der Nordsee vor Wilhelmshaven, etwa auf Höhe der Schleuse Hooksiel, soweit. Das mit der Zeit ist wichtig, und auch, dass Habeck sie nicht verstreichen lässt, sondern sie füllt, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute – und zwar mit Versuchen, wegzukommen aus dieser so verfluchten Energieabhängigkeit von Russland, mit Versuchen, sich möglichst bald aus dem Klammergriff Wladimir Putins zu lösen, diesem entwürdigenden Widerspruch ein Ende zu bereiten, dass die Deutschen einerseits moralisch hochwertig das Morden in der Ukraine verdammen, aber andererseits Putins Gas kaufen müssen, damit die Wirtschaft nicht implodiert und die Wohnzimmer nicht kalt werden.
An der Nordseeküste startet der Bau des ersten deutschen Flüssigerdgasterminals. Es ist ein Erfolg für Robert Habeck im Bestreben, von russischer Energie ...
Überhaupt hatte sich Habeck schwergetan, sich öffentlich für Wilhelmshaven starkzumachen, was sein nächstes Problem zeigt: Das politische Gezerre um die neue Infrastruktur ist in vollem Gange. Denn Landespolitiker setzen auch darauf, dass sich in der Nähe der Gasversorgung Industrie ansiedelt und Arbeitsplätze entstehen, so wie es in der Vergangenheit rund um Kohlekraftwerke passiert ist. Da ist etwa mit RWE einer der größten CO₂-Emittenten Deutschlands. Da ist Uniper, das noch im Jahr 2020 ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb genommen hat. Am offensichtlichsten ist der Konflikt mit den Umweltverbänden. Kurz vor Habecks Besuch in Wilhelmshaven hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) erklärt, Widerspruch bei der Behörde gegen die Baugenehmigung eingelegt zu haben. Und das hat dann doch wieder mit dem Schweinswal zu tun, aber auch mit wirtschaftlichen und politischen Interessen. Auf dem Ausflugsschiff »Harlekurier« hängt eine Infotafel über Schweinswale. Das Tier »zählt zu den kleinsten Walarten überhaupt und ist als einzige Walart im Wattenmeer heimisch«, können Touristen dort lesen, die sonst mit dem Boot durch die Nordsee bei Wilhelmshaven schippern. Denn, auch das zeigt der Termin in Wilhelmshaven, die Probleme werden nun nicht kleiner. »Nächste Woche werden wir entscheiden, ob wir auch gerichtlich gegen das Projekt vorgehen«, sagt Constantin Zerger, Leiter Energie- und Klimapolitik bei der DUH. Auf einmal, so ist zu vernehmen, sehen viele Unternehmen ihr Handeln im öffentlichen Interesse. Habeck und auch der niedersächsische Energieminister Lies betonen zwar, dass LNG die Klimaschutzziele nicht gefährden dürfe. Lies spricht gar von einem »Sprungbrett rein in eine schnellere, klimaneutrale Zukunft«. Gleichzeitig ist erstaunlich, welche Unternehmen nun in Wilhelmshaven auftauchen und auch von Habeck hofiert werden. Das zeigt, was kommen könnte. Derzeit plant die Politik mindestens sechs LNG-Terminals, möglicherweise werden es noch mehr. Eine Zeichnung zeigt den schwarzen Rücken, den weißen Bauch und die knuffige Schnauze. Doch für die Schweinswal-Tafel interessiert sich an diesem Donnerstag niemand, denn mit Robert Habeck (Grüne) ist der Bundeswirtschaftsminister an Bord, der Deutschland unabhängig von russischen Energielieferungen machen soll. Hier soll von Ende 2022 an Flüssigerdgas (LNG) entladen werden und russisches Pipeline-Erdgas ersetzen.
Das Land sei in intensiven Gesprächen mit dem Bund und dem Rostocker Hafen, sagte Wirtschafts- und Energieminister Reinhard Meyer (SPD) am Donnerstag. Für ...
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Der Grünen-Politiker Robert Habeck macht Druck, um unabhängiger von russischem Gas zu werden. In Wilhelmshaven sollen 2023 erste Schwimmplattformen für ...
Ich gehe davon aus, dass auch Stade ein LNG-Standort werden wird“. Auch Stade könnte ein geeigneter Standort für weitere Terminals sein. In Wilhelmshaven sollen 2023 erste Schwimmplattformen für Flüssiggas in Betrieb gehen.
Wirtschaftsminister Robert Habeck besuchte auf seiner Niedersachsen-Reise am Donnerstag den neuen LNG-Terminal-Standort Wilhelmshaven. Aber was hat es damit ...
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Die Bundesregierung drückt beim Aufbau einer Infrastruktur zum Import von Flüssigerdgas (LNG) massiv aufs Tempo. Am Donnerstag hat der Bau des ersten...
Allerdings könne der Hintergrund dafür nicht düsterer sein, betonte er mit Blick auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Dort leiste die ukrainische Armee mit "Heldenmut" und enormer Kampfkraft Widerstand. In dem zügigen Aufbau einer LNG-Infrastruktur als Alternative zu russischem Erdgas sah Habeck auch ein Signal an Moskau, dass man sich nicht erpressen lasse. Im Baubereich befinde sich ein gesetzlich geschütztes Biotop, das durch die Baumaßnahmen teilweise zerstört würde. "Wir haben eine gute Chance, das zu schaffen, was eigentlich in Deutschland unmöglich ist: Innerhalb von etwa zehn Monaten ein LNG-Terminal zu errichten, und es anzuschließen an die deutsche Gasversorgung", sagte Habeck in Wilhelmshaven. Eine zweite FSRU-Anlage soll Anfang 2023 in Brunsbüttel in Schleswig-Holstein an den Start gehen. Für den rund 370 Meter langen Anleger sollen 150 Stahlpfähle in den Boden gerammt werden, die jeweils 50 Meter lang sind. "Die Genehmigung ist in keiner Weise nachvollziehbar", betonte sie. Bevor das auf minus 162 Grad heruntergekühlte LNG in die Gasnetze geleitet werden kann, muss es erwärmt und regasifiziert werden.
Was zählt ist Tempo. In diesem Geist hat Robert Habeck in Wilhelmshaven am Donnerstag ein Schiff bestiegen, schwimmende LNG-Terminals gemietet – und einen ...
Olaf Lies (SPD), der niedersächsische Bau- und Energieminister ist an diesem Morgen auch auf dem Boot, genauso wie sein Kollege, Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Genau genommen fahren die beiden derzeit sehr viel auf Ausflugsschiffen, um künftige Standorte für LNG-Terminals zu inspizieren. Ein lang gezogenes Tuten aus einem Schiffshorn, kurze Pause, dann erfolgt auf der Ramme „Kurt“ der erste Rammschlag, direkt vor dem Anleger. Ein metallischer, lauter Schlag ist das. Erst am Abend zuvor, exakt um 22.45 Uhr, ist die Ramme hier angekommen. Um 8.35 Uhr an diesem Morgen ist es in der Nordsee vor Wilhelmshaven, etwa auf Höhe der Schleuse Hooksiel, soweit. Das mit der Zeit ist wichtig, und auch, dass Habeck sie nicht verstreichen lässt, sondern sie füllt, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute – und zwar mit Versuchen, wegzukommen aus dieser so verfluchten Energieabhängigkeit von Russland, mit Versuchen, sich möglichst bald aus dem Klammergriff Wladimir Putins zu lösen, diesem entwürdigenden Widerspruch ein Ende zu bereiten, dass die Deutschen einerseits moralisch hochwertig das Morden in der Ukraine verdammen, aber andererseits Putins Gas kaufen müssen, damit die Wirtschaft nicht implodiert und die Wohnzimmer nicht kalt werden.
Erster Rammschlag für das LNG-Terminal bei Wilhelmshaven unter den Augen von Minister Habeck: Flüssiggas soll Deutschland unabhängiger von Russland machen.
In den zehn Monaten bis zur geplanten Einweihung des Terminals wird es tatsächlich noch einige Rammschläge geben. »Am Ende wären am Ende des Winters die Speicher leer, aber dann hätten wir weitere zwei LNG-Terminals und könnten die sofort wieder auffüllen. Das ist der Plan, um auch unabhängig von der Erpressbarkeit durch Russland zu sein. Also ein Umschlagplatz für Liquefied Natural Gas – Flüssigerdgas.
Die Bundesregierung drückt beim Aufbau einer Infrastruktur zum Import von Flüssigerdgas (LNG) massiv aufs Tempo. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ...
Statt politischer Schnellschüsse und Aktionismus brauche es ein belastbares Konzept für den Import erneuerbarer Energien. Im Baubereich befinde sich zudem ein gesetzlich geschütztes Biotop, das durch die Baumaßnahmen teilweise zerstört würde. Mit einer Kapazität von bis zu 7,5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr sollen künftig 8,5 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs in Wilhelmshaven angelandet werden. LNG spielt eine wichtige Rolle bei den Plänen der Bundesregierung, Deutschland unabhängiger von russischen Gaslieferungen zu machen. Es soll in den nächsten Tagen vom Kabinett beschlossen werden. Bereits im Winter soll in Wilhelmshaven Flüssigerdgas eintreffen. Die Bundesregierung setzt dabei auf den Import von Flüssigerdgas. Dazu müssen allerdings Terminals gebaut werden.